Greifvogelstation Berg am Irchel
Gesunde Greifvögel wie Sperber, Milan, Bussard
oder Falke, können wir meist nur aus grosser Distanz beobachten. Noch seltener
ist der Blick auf einen der scheuen, heimischen Eulen wie Kauz, Eule oder gar
Uhu.
Wenn solche Vögel hilflos aufgefunden werden,
brauchen sie umgehend fachgerechte Pflege. Genau hier beginnt unser Einsatz.
Viele der Patienten, die bei uns landen, werden von Bauern, Forstarbeitern oder
Spaziergängern gefunden und zu uns gebracht. In den letzten mehr als fünf Jahrzehnten ist hier
in enger Zusammenarbeit mit dem Zürcher Tierspital und der Vogelwarte Sempach
ein in der Schweiz einzigartiges Kompetenzzentrum für Greifvogelpflege
entstanden. Nach der Pflege von über 3000 Vögeln, kennen
wir aus Erfahrung für fast jeden Fall die passende Behandlung. Chirurgische
Eingriffe, z.B. nach Flügel- oder Beinbrüchen, werden im Tierspital
vorgenommen. Danach gelangen die Patienten in die Greifvogelstation in Berg am
Irchel, wo sie nach einer Rehabilitationsphase wieder ausgewildert werden. Einen
spannenden Operationsbericht finden sie
hier.
Pflegebedürftige Jungvögel werden mit
möglichst wenig Kontakt zu Menschen aufgezogen. Danach können sie in einer
geräumigen Volière ihre Flugmuskulatur stärken. Sobald sie die
überlebensnotwendige Flug- und Jagdtauglichkeit erreicht haben, werden sie
freigelassen. In der Anfangsphase des
Freiflugs erhalten sie - wenn nötig - noch zusätzlich zur selbst geschlagenen
Beute Futter von den erfahrenen Ornithologen der Station.
Was erreichen wir mit unserer Arbeit?
Durch die Zersiedelung unserer Umwelt und den sorglosen Umgang mit Pestiziden
und anderen Giften, beeinflussen wir die Lebensumstände unserer Greifvögel und
Eulen massiv. Deshalb ist es wichtig, dass diese faszinierenden Tiere eine
Lobby haben. Durch unser Engagement geben wir hilfebedürftigen Patienten eine
zweite Chance und ermöglichen ihre Rückkehr in die freie Wildbahn. Aus erneuten
Ringfunden der von uns gepflegten und beringten Tiere werden zudem wichtige
Erkenntnisse für den Schutz ihrer Artgenossen gewonnen.
Aufgebaut wurde die Greifvogelstation von
Veronika von Stockar. Für ihr Lebenswerk wurde sie deshalb 2007 mit der Ehrendoktorwürde
der Universität Zürich ausgezeichnet. Zwei Jahre vor ihrem Tod im Jahr 2010 hat Veronika
von Stockar die Greifvogelstation an den Ornithologen Kaspar Hitz übergeben.
Heute betreut Andi Lischke, Biologe und Ornithologe, die Vögel. Für mehr Informationen zu Veronika von Stockar klicken Sie
hier.