Aus Dung mach Gas

Das neueste Projekt entschärft das Problem des Brennsstoffs: Statt Holz aus den bedrohten Regenwäldern zu verbrennen nutzen Biogasanlagen den Kuhdung. Mit einfachsten Mitteln können die Bauern ihren Brennstoff selbst produzieren.

Das PPLH Seloliman hat 2009 das Projekt „kochen mit BioGas" initiiert und stiess damit bei der Bevölkerung in der Region auf reges Interesse. Das Brennholz zum Kochen stammt hier vielfach von illegalen Abholzungen in den umliegenden Wäldern. Erosion und Überschwemmungen sind in dieser hügeligen Umgebung dadurch vorprogrammiert. Kühe wurden bisher gehalten, um den Kot als günstigen Dünger auf den Feldern zu verwenden. Dass auch noch Gas produziert werden kann, ist ein optimaler Nebeneffekt, den sich dieses Projekt jetzt zu Nutze macht.

Eine Biogasanlage besteht im Prinzip aus einem Kunststoffbeutel, wo der Kuhdung gesammelt wird, und einer Leitung für das Gas. Dieses entsteht bei starker Sonneneinstrahlung durch Gärung und kann direkt verbrannt werden. Für die Installation einer Anlage braucht es zuerst eine sorgfältige Abklärung. Der Standort sollte in der Nähe des Hauses sein,wo das Gas auch verwendet wird, damit die Leitungen nicht zu lange werden. Die Sonne muss mindestens einen halben Tag auf den Ort scheinen können und die Anlage sollte auf festem Untergrund gebaut werden. Auch sollten der Kuhstall und die Anlage nicht zu weit voneinander entfernt stehen. Vier Anlagen wurden bereits erfolgreich installiert und - nach anfänglichen Kinderkrankheiten - erfolgreich betrieben.

Die grösste Anlage wird nun in Pacet installiert. Etwas ausserhalb des Dorfes wird eine Grossanlage von 3x7 Metern gebaut. Die Anlage umfasst drei Reaktoren (Kunstoffbeutel und wird mit dem Dung von 80 Kühen betrieben. Die Bewohner von Pacet können in Plastikbehältern das Gas abzapfen und in ihrem Haus zum Kochen benützen. Diese Anlage ist sehr fortschrittlich und das PPLH hofft, dass weitere Gemeinden dem Beispiel folgen werden.


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