Urwaldschutz im Meer
Eine zunehmende Nutzung der Küsten von Sulawesi gefährdet Mangroven und Korallenriffe. Das PPLH Puntondo und seine Partner arbeiten deshalb an einem nachhaltigen Managementplan für die Bucht von Laikang.
Die zunehmende Nutzungsdichte der Küste von Sulawesi führt zu Konflikten zwischen allen Beteiligten. Traditionell wurden Nutzungsrechte, zum Beispiel für Fischerei lokal von den Dorfgemeinschaften geregelt. Dieses System ist jedoch in den meisten Gebieten Indonesiens zusammengebrochen und wurde von einem zentral gelenkten Management ersetzt. Die Behörden konnten und können jedoch kaum auf lokale Gegebenheiten eingehen und auch die Kontrolle ist nur noch mangelhaft. Die Problematik einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Küstenzone wurde durch das Aufkommen anderer Nutzungsformen wie z.B. Algenanbau, Fischteiche, und Tourismus weiter verschärft. Seit 2007 findet ein Umdenken statt: Mit einem neuen Gesetz zur nachhaltigen Nutzung der Küstenzone sind die rechtlichen Grundlagen geschaffen worden, um durch die Zusammenarbeit von Regierung und lokalen Interessensgruppen eine nachhaltige Entwicklung beginnen zu können.
Küstenschutz im Laikang
Die Bucht von Laikang liegt am Übergang der Strasse von Makassar in die Flores See. In der grossen Bucht finden sich drei der für die Tropen charakteristischen Ökosysteme in enger Nachbarschaft: Mangrovenwälder, Seegraswiesen, und Korallenriffe. Alle drei stehen jedoch unter starkem Nutzungsdruck. Die angrenzenden Distrikte Takalar und Jeneponto haben bereits Zonierungspläne entwickelt, die jedoch nur wenig die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung berücksichtigen. Auf diesen Arbeiten aufbauend, gestalten wir mit dem PPLH Puntondo die Entwicklung eines nachhaltigen Küsteninformationszentrums. Neben regelmässigen Workshops zu unterschiedlichen Themen legen wir besonderen Wert auf den Einbezug der lokalen Bevölkerung in den Gestaltungs- und Entscheidungsfindungsprozess.
In den kommenden zwei Jahren werden alle drei Monate Workshops durchgeführt. Diese haben zum Ziel, ein Bewusstsein für die Notwendigkeit eines integrierten Küstenzonenmanagement zu schaffen und die Kommunikation zwischen den einzelnen Interessensgruppen zu verbessern. In den 20 an die Bucht angrenzenden Dörfern werden Arbeitsgruppen gebildet, in denen die jeweils vordringlichsten Aspekte des Küstenzonenmanagements besprochen weden. Die Ergebnisse werden im Rahmen der Workshops vorgestellt. In Zusammenarbeit mit der lokalen Regierung, anderen NGOs, aber auch Partnern aus der Privatwirtschaft wird in den Dörfern ein Monitoringsystem aufgebaut. Dafür werden Gruppen von Fischern in der Beobachtung spezifischer Umwelt-, aber auch sozio-ökonomischer Parameter geschult.