Bedrohtes Paradies
Sumatra ist reich. Reich an einzigartigen Naturschätzen, alten Kulturgütern – und reich an Rohstoffen.
Riesige Mangrovensümpfe und mächtige Ströme beherrschen die flache Ostküste von Sumatra. Traditionelle Siedlungen stehen hier auf Stelzen. Im Westen hingegen erhebt sich ein Hochland vulkanischen Ursprungs. Nördlich davon liegt der berühmte Tobasee und die Heimat der Bataker, Nachfahren der ersten Siedler im indonesischen Archipel.
Der grösste Reichtum der Insel Sumatra ist aber ihr Tiefland-Regenwald. Er ist aufgrund seiner enormen Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten zurecht berühmt. Hier leben noch Orang-Utans, Tiger und Nashörner, aber auch Rafflesia, die grösste Blume der Welt. Dieses Naturwunder ist aber akut bedroht: Begünstigt durch die regionale Autonomie hat die Plünderung des Regenwaldes drastisch zugenommen. Nach realistischen Schätzungen wird es in zehn Jahren kaum noch Tiefland-Regenwald ausserhalb der Nationalparks geben ...
Tropenholz, Palmöl und Kautschuk sind wichtige Standbeine der Wirtschaft. Die wichtigsten Einnahmequellen sind aber Erdöl und Erdgas. Vor der Ostküste pumpen tausende von Bohrinseln diese Schätze aus dem Boden. Die Einnahmen fliessen zum grössten Teil nach Java. Deshalb ist die Infrastruktur auf Sumatra noch unterentwickelt. Trotzdem: Von der Hauptstadt Medan aus sind alle Sehenswürdigkeiten in wenigen Fahrstunden erreichbar.