Lebensraum gesucht
Die Orang-Utans verlieren ihren Lebensraum: Jedes Jahr fallen eine Million Hektaren Regenwald legalem oder
illegalem Raubbau zum Opfer. Wir setzen uns dafür ein, diese Zerstörung zu stoppen und das Überleben des Sumatra Orang-Utans zu sichern.
Die einzigen grossen Menschenaffen Südostasiens,
die Orang-Utans, sind vom Aussterben bedroht: Laut einer 2008 durchgeführten Studie leben heute
auf Sumatra nur noch etwa 6'600 Orang-Utans. Und die Zahlen sinken weiter. Die Zerstörung
ihres Lebensraumes stellt dabei die weitaus grösste Bedrohung für die Zukunft der
Menschenaffen dar. In vielen Gebieten wird der Regenwald in rasantem Tempo
gerodet – nicht nur zur Holzgewinnung, sondern auch um Plantagen, meist für
Palmöl, anzulegen. Wenn diese Entwicklung nicht gestoppt wird, dann befürchten
Wissenschafter, dass es in zehn Jahren keinen überlebensfähigen Bestand von
wild lebenden Orang-Utans mehr geben wird. Obwohl illegal, wird zudem noch immer Handel mit
Orang-Utans betrieben, vor allem mit den Babys. Um die Jungtiere, die
sich an ihre
Mütter klammern, zu bekommen, müssen die Mütter erschossen werden.
Vielfach
kommen beim Sturz vom Baum auch die jungen Orang-Utans zu Tode. Wenn
ein Junges
den Sturz überlebt, stirbt es oft später in Gefangenschaft am Stress,
den das
traumatische Erlebnis ausgelöst hat. Für ein Hausiter müssen laut
Schätzungen so drei kleine Orang-Utans und ihre Mütter sterben...
Das Sumatra Orang-Utan Schutzprogramm SOCP zur Website >>
Das SOCP
ist ein Gemeinschaftsprojekt von PanEco, der indonesischen Naturschutzbehörde,
der Stiftung für ein nachhaltiges Ökosystem YEL und der Zoologischen
Gesellschaft Frankfurt. Hauptziel ist die Erhaltung und der Schutz der letzten
Sumatra-Orang-Utan-Populationen und ihres Lebensraums. Das Programm umfasst
folgende Bereiche:
- Auswilderung gefangen gehaltener Orang-Utans: Konfiszierte
illegal als Haustier gehaltene oder unerwünschte Orang-Utans werden zuerst in
der Quarantänestation des SOCP bei Medan medizinisch behandelt und
anschliessend in das Wiederansiedlungszentrum nach Zentralsumatra überführt.
Dort werden sie auf ein Leben in ihrer natürlichen Umgebung vorbereitet, bevor
sie im Bukit Tigapuluh Nationalpark freigelassen werden.
- Forschung und Monitoring: Das SOCP unterstützt den
Betrieb von Forschungsstationen (Batang Toru, Ketambe, Suaq) und betreut
langfristige Forschungsprojekte. Denn nur durch das Beobachten wild lebender
Orang-Utans über mehrere Jahre hinweg kann herausgefunden werden, was für ihren
Schutz notwendig ist. Auch werden in regelmässigen Abständen Erhebungen
durchgeführt, um die Zahl verbliebener Orang-Utans zu bestimmen. Dadurch können
wichtige Erkenntnisse über den Rückgang dieser Art gewonnen werden.
- Öffentlichkeitsarbeit: Mit einem
Umweltbildungsprogramm werden Bevölkerung und Behörden für das Thema
Artenschutz sensibilisiert. Zwei mobile Einheiten besuchen auch abgelegene Dörfer und Schulen,
insbesondere in Gegenden, wo Orang-Utans noch vorkommen.
- Schutz und Erhaltung des Lebensraumes: Das SOCP setzt sich ein, um die Schutzgebiete auszuweiten und den Schutz
in bereits bestehenden Schutzgebieten zu verbessern. Derzeitig werden
Naturschutzkonzepte für das Batang Toru Waldgebiet in der Tapanuli-Region,
Nordsumatra, und für die drei letzten Torfsumpfregenwälder an der Westküste von
Aceh entwickelt.