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| Winterzeit ist Hungerzeit
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Entlang von
Landstrassen und Autobahnen sehen wir nun wieder hungrige Mäusebussarde
und Turmfalken sitzen. Sie gehören mit den Eulen - die sich ebenfalls
fast ausschliesslich von Kleinsäugern ernähren - zu den Verlierern bei
der aktuellen Wetterlage. Die Temperaturen im Januar 2010
waren durchschnittlich sogar noch tiefer, als jene des letzten Januars
im vergangenen Jahrhundertwinter. Gefrorene Böden und eine geschlossene
Schneedecke lassen Maulwürfe, Wühl- und andere Mäuse im Erdreich
verharren. Sie haben Vorräte angelegt und überdauern die kalten Tage in
frostfreien Gang- und Höhlensystemen. Deshalb versuchen die Bussarde
und Turmfalken in ihrer Not, überfahrene Tiere zu finden, oder von
Abfällen entlang der Strassen angelockte Mäuse zu erbeuten. Oft werden
sie dabei während riskanten Flugmanövern von Autos erfasst und getötet
oder verletzt. Andere Greifvögel wie z.B. der Rotmilan, der sich nun
von Aas und Abfällen ernährt, oder Habicht, Sperber und Wanderfalke,
die Vögel erbeuten, leiden ungleich weniger in der kalten Jahreszeit.
Warum fordert der Winter solche Opfer? Jeder
Winter hat eine regulierende Funktion. Nur die kräftigsten und
geschicktesten Tiere überleben und geben somit ihre Fähigkeiten an ihre
Nachkommen weiter. Dies bedeutet auch, dass es im Frühjahr genügend
Reviere gibt und dass eine ausreichende Nahrungsgrundlage zur Aufzucht
der Jungen besteht. Die Verbreitung von Seuchen innerhalb einer zu
dichten Population sowie die Übernutzung der Bestände der Beutetiere
wird dadurch verhindert. Gerade die meist betroffenen Arten wie
Mäusebussard und Turmfalke sind unsere häufigsten Greifvögel und in
ihren Beständen nicht gefährdet.
Wie können wir helfen? Nicht
immer ist das Naheliegendste auch das Beste. So verhält es sich auch
mit der Winterfütterung durch Menschen. Unsachgemässe Fütterung
gefährdet unsere Greife und fordert oft noch zusätzliche Opfer.
Falsches oder gefrorenes Futter wird zwar in der Not angenommen, kann
aber nicht verdaut werden und führt bei einem bereits geschwächten
Vogel zum sicheren Tod. Um richtig zu füttern, müssen etliche Kriterien
erfüllt sein, die Laien oft nicht kennen. Deshalb ist es sinnvoll, die
Hilfe für geschwächte Greife und Eulen den Fachleuten zu überlassen.
Wenn Sie einen Greifvogel geschwächt am Boden sitzend finden, ist folgendes Verhalten angebracht:
- Den
Vogel vorsichtig von Oben herab mit einem Tuch oder einer Jacke fassen.
Immer auf die Füsse mit den scharfen Krallen aufpassen. Selbst
entkräftete Tiere können uns mit ihren Krallen noch empfindlich
verletzen.
- Den Patienten in eine Kartonschachtel mit
Luftlöchern und Struktur am Boden (Zweige, Stroh etc.) setzen, oder
locker in ein Tuch einwickeln und möglichst schnell zu einem
Spezialisten bringen.
- Keinesfalls Futter anbieten oder Flüssigkeit eingeben.
Durch
unser Konsumverhalten können wir das ganze Jahr über etwas für unsere
gefiederten Hochleistungsjäger tun. Mit dem Kauf von nachhaltig
produzierten Nahrungsmitteln unterstützen wir ein vielfältig
strukturiertes Kulturland. Von diesen wertvollen Kleinstrukturen wie
z.B. Buntbrachen profitieren sämtliche Tiere, von den Insekten über
Kleinsäuger bis hin zu unseren Greifvögeln und Eulen.
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