Tumfalken (wiss. Name: Falco tinnunculus)
Beschreibung
Turmfalkenmännchen messen im Mittel 34 cm, die Weibchen sind mit durchschnittlich 36 cm etwas größer. Die Flügelspannweite variiert stark und liegt zwischen 65 und 82 cm, was im Verhältnis zur Körperlänge allerdings recht lang ist. Das Gewicht liegt bei 200 g. Weibchen sind ein wenig schwerer. Das Gefieder am Rücken und an den oberen Flügeldecken dieses Falken ist rotbraun mit schwarzen Flecken. Beim alten Männchen sind Kopf und Schwanz überwiegend grau, beim Weibchen gleicht die Kopffarbe der des Rückens, der Schwanz ist braun mit dunklen Querbändern und breitem Endband. Die Unterseite ist crèmefarben, beim Weibchen etwas dunkler als beim Männchen.
Brut
Turmfalken brüten in Spalten und Höhlen, in felsigen Regionen und in Steinbrüchen. Turmfalken bauen, so wie alle Falken, keine Nester, nutzen jedoch vor allem außerhalb von Dörfern und Städten Nester anderer Arten, besonders von Rabenkrähen und Elstern. Als Nistplatz dienen auch häufig Gebäudenischen, Dachböden und Scheunen, gerne nehmen sie auch spezielle Nistkästen am Hausgiebel an. Die 2-6 Jungen schlüpfen nach einer Brutdauer von 27 bis 32 Tagen, meist im Mai.
Nahrung
Turmfalken jagen kleine Bodentiere, hauptsächlich Nagetiere wie Spitz- und Wühlmäuse, Maulwürfe, Reptilien und Insekten. Dabei steht der Falke oft rüttelnd über der Beute in der Luft und lässt sich dann mit angelegten Flügeln auf das Opfer fallen. In Städten oder bei Mäusemangel zählen auch kleine Vögel wie Sperlinge zur Beute des Turmfalken.
Bestand
In der Schweiz leben etwa 5'000-6'000 Paare, die Art wird in der Roten Liste als potentiell gefährdet geführt.
Winterzeit ist Hungerzeit
Ein richtiger Pechvogel
Dieser Schwarzmilan ist am 15. Mai 2009 beim Versuch, etwas vermeintlich Essbares aus einem Klärbecken einer Kläranlage der Stadt Zürich zu fischen, ins Wasser gefallen und konnte sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien. Weil er sich ausgerechnet ein Becken ausgesucht hatte, in dem Speisefette und -Öle abgeschieden werden, war sein Gefieder komplett verklebt. Der Zwischenfall wurde uns vom Personal der Kläranlage gemeldet und der Pechvogel vom Tierrettungsdienst zu uns gebracht.
Nach mehrmaligem Baden in einem fettlösenden Mittel haben wir sein
Gefieder mit einem Föhn getrocknet. Die gesamte Prozedur dauerte drei
Stunden und das Resultat hat selbst uns erstaunt. Danach wurde er über
Nacht in einer Pflegebox untergebracht, um sich von den erlittenen
Strapazen zu erholen und etwas fressen zu können. Am folgenden Tag
haben wir den nun wieder ansehnlichen Vogel gemessen, gewogen und
beringt. Für den Fall, dass er bereits verpaart gewesen wäre, liessen
wir ihn an seinem Herkunftsort wieder fliegen. Aufgrund der
Gefiederfärbung, der Flügelmasse und des Gewichts haben wir den Milan
als zweijähriges Männchen taxiert. Bei einer maximalen Lebenserwartung
von 25 Jahren hat er somit hoffentlich noch ein schönes langes Leben
vor sich. Sollte er irgendwann wieder einmal aufgefunden werden, können
wir anhand der Ringfundmeldung wertvolle Schlüsse über sein
Zugverhalten ziehen.
Schwarzmilane erbeuten oft tote Fische oder andere essbare Dinge von
Wasseroberflächen von Seen oder Flüssen. Da es bei der besagten
Kläranlage schon mehrmals zu ähnlichen Zwischenfällen mit
Schwarzmilanen gekommen ist, werden wir bei einer Begehung vor Ort mit
den Verantwortlichen eine Lösung zur Verhinderung weiterer Unglücke
suchen.
Neues Informationszentrum in den Thurauen
Im Rahmen des Grossprojektes „Hochwasserschutz und Auenlandschaft Thurmündung" hat der Kanton Zürich den Aufbau eines neuen Informationszentrums vorgesehen. Zusammen mit der Gemeinde Flaach hat er die Stiftung PanEco aus Berg am Irchel als Betreiberin ausgewählt.

Entlang von
Landstrassen und Autobahnen sehen wir nun wieder hungrige Mäusebussarde
und Turmfalken sitzen. Sie gehören mit den Eulen - die sich ebenfalls
fast ausschliesslich von Kleinsäugern ernähren - zu den Verlierern bei
der aktuellen Wetterlage. Die Temperaturen im Januar 2010
waren durchschnittlich sogar noch tiefer, als jene des letzten Januars
im vergangenen Jahrhundertwinter. Gefrorene Böden und eine geschlossene
Schneedecke lassen Maulwürfe, Wühl- und andere Mäuse im Erdreich
verharren. Sie haben Vorräte angelegt und überdauern die kalten Tage in
frostfreien Gang- und Höhlensystemen. Deshalb versuchen die Bussarde
und Turmfalken in ihrer Not, überfahrene Tiere zu finden, oder von
Abfällen entlang der Strassen angelockte Mäuse zu erbeuten. Oft werden
sie dabei während riskanten Flugmanövern von Autos erfasst und getötet
oder verletzt. Andere Greifvögel wie z.B. der Rotmilan, der sich nun
von Aas und Abfällen ernährt, oder Habicht, Sperber und Wanderfalke,
die Vögel erbeuten, leiden ungleich weniger in der kalten Jahreszeit.
Warum fordert der Winter solche Opfer? Jeder
Winter hat eine regulierende Funktion. Nur die kräftigsten und
geschicktesten Tiere überleben und geben somit ihre Fähigkeiten an ihre
Nachkommen weiter. Dies bedeutet auch, dass es im Frühjahr genügend
Reviere gibt und dass eine ausreichende Nahrungsgrundlage zur Aufzucht
der Jungen besteht. Die Verbreitung von Seuchen innerhalb einer zu
dichten Population sowie die Übernutzung der Bestände der Beutetiere
wird dadurch verhindert. Gerade die meist betroffenen Arten wie
Mäusebussard und Turmfalke sind unsere häufigsten Greifvögel und in
ihren Beständen nicht gefährdet.
Wie können wir helfen?Nicht
immer ist das Naheliegendste auch das Beste. So verhält es sich auch
mit der Winterfütterung durch Menschen. Unsachgemässe Fütterung
gefährdet unsere Greife und fordert oft noch zusätzliche Opfer.
Falsches oder gefrorenes Futter wird zwar in der Not angenommen, kann
aber nicht verdaut werden und führt bei einem bereits geschwächten
Vogel zum sicheren Tod. Um richtig zu füttern, müssen etliche Kriterien
erfüllt sein, die Laien oft nicht kennen. Deshalb ist es sinnvoll, die
Hilfe für geschwächte Greife und Eulen den Fachleuten zu überlassen.
Wenn Sie einen Greifvogel geschwächt am Boden sitzend finden, ist folgendes Verhalten angebracht:
- Den
Vogel vorsichtig von Oben herab mit einem Tuch oder einer Jacke fassen.
Immer auf die Füsse mit den scharfen Krallen aufpassen. Selbst
entkräftete Tiere können uns mit ihren Krallen noch empfindlich
verletzen.
- Den Patienten in eine Kartonschachtel mit
Luftlöchern und Struktur am Boden (Zweige, Stroh etc.) setzen, oder
locker in ein Tuch einwickeln und möglichst schnell zu einem
Spezialisten bringen.
- Keinesfalls Futter anbieten oder Flüssigkeit eingeben.
Durch
unser Konsumverhalten können wir das ganze Jahr über etwas für unsere
gefiederten Hochleistungsjäger tun. Mit dem Kauf von nachhaltig
produzierten Nahrungsmitteln unterstützen wir ein vielfältig
strukturiertes Kulturland. Von diesen wertvollen Kleinstrukturen wie
z.B. Buntbrachen profitieren sämtliche Tiere, von den Insekten über
Kleinsäuger bis hin zu unseren Greifvögeln und Eulen.
Im Auftrag des Kantons wird PanEco über die Revitalisierung der Thur informieren und die geschützte Natur der Thurauen für Besucherinnen und Besucher erlebbar machen. Das Zentrum wird in der Steubisallmend beim TCS Camping Flaach erstellt. Neben dem Informationszentrum wird PanEco auch für den Aufbau einer modernen, nachhaltig ausgerichteten Gastronomie verantwortlich sein. In Zusammenarbeit mit dem TCS Camping und der Badi Flaach wird somit ein in der Schweiz einzigartiges Zentrum entstehen, wo Freizeitaktivitäten und Naturschutz sich ergänzen.
Kanton und Gemeinde haben sich für PanEco als Betreiberin entschieden, weil wir eine langjährige Erfahrung in der Umweltbildung aufweisen können und lokal stark verankert sind. Der Aufbau des neuen Zentrums wird unserem Engagement in der Schweiz noch mehr Gewicht verleihen. Wir freuen uns, diese Herausforderung anzunehmen!